Liebe Schwestern und Brüder!

„Nimm sein Bild in dein Herz“, so lautet der Titel eines Buches von Henri J.M. Nouwen. Der Autor stellt mit Illustrationen von Rembrandt die Geschichte von Jesus dar, so wie sie uns aus den Evangelien vertraut ist und deutet sie als Botschaft für einen spirituellen Weg des Glaubens.

Den Impuls zum Gründonnerstag 2020 habe ich nach einigem Hin und Her in meinem Bücherschrank gefunden: „ Nimm sein Bild in dein Herz“.

Spontan verbinden wir die Feier des Gründonnerstages mit der Fußwaschung, dem Abendmahl, der Ölbergstunde. Die gottesdienstlichen Feiern in diesem Jahr gestalten sich äußerlich und innerlich anders. Wie damit umgehen? Ich erlebe persönlich eine Betroffenheit, weil Liebgewordenes fehlt. Gleichzeitig die Suche danach, wie das Vertraute, das meine Lebens- und Glaubensgeschichte geprägt hat, lebendig bleiben kann in Corona-Zeiten.

Ich erlebe Verbundenheit im Gebet und die Zuversicht, die trägt: in seinem Namen versammelt – vor Ort und weltweit. „Nimm sein Bild in dein Herz“.

Ich vermag allein die Kirchenlieder anzustimmen, die zur heiligen Woche gehören.

Ich versuche, zu erahnen, was sich hinter dem Wort geistliche, geistige Kommunion verbirgt. Die gedankliche Welt der Theologen scheint da eher verwirrend.

Kommunion – Gemeinschaft, das ist kein Begriff, der erklärt werden will. Wie kann das für uns am Gründonnerstag spürbar werden? Ich bin überzeugt, wenn wir uns einlassen auf die Beziehung mit Jesus und untereinander. Sie ist wirklich da. In der Eucharistie gibt Jesus alles. Hingabe für uns. „Nimm sein Bild in dein Herz.“ Und ich bin sicher, alle, die stellvertretend für uns den Abendmahlsgottesdienst in diesem Jahr feiern, tun es im gemeinsamen Bewusstsein, dass wir ein Leib Christ sind.

„Dieses kleine Stück Brot in unsren Händen reicht aus für alle Menschen. Du verwandelst das Brot in Jesu Leib, du verwandelst den Wein in Jesu Blut. Du verwandelst den Tod in Aufstehn. Verwandle du auch uns“ so deutet Chris Herbring in seinem Lied das Geheimnis der Hingabe und Wandlung.


Ich wünsche Ihnen persönlich und unseren Gemeinden in der Pfarrei St. Franziskus eine neue geistliche Erfahrung in den Tagen der Karwoche. Gottes Segen für unseren Weg im Glauben!

Maria Waldner, Gemeindeleiterin St. Engelbert