Liebe Schwestern und Brüder!

Ich stelle ihnen heute ein Lied vor, das die österliche Botschaft mit unseren Lebenserfahrungen verbindet. Sie finden es im Gotteslob Nr. 472: Manchmal feiern wir mitten am Tag.

Plötzlich ist alles anders. Ein Glück ist da! Ein Wort! Ein Lied! Ein Friede! Ein Geist, der verbindet, befreit, tröstet. – so übersetze ich die österlichen Erfahrungen, die das Lied benennt. 
Schön reden, angesichts der Einschränkungen von Corona-Zeiten, das liegt mir fern.
Ich lade Sie ein, innezuhalten, aufmerksam zu werden für die ‚Lichtblicke‘ in Corona Zeiten. 
Es sind die scheinbar alltäglichen Dinge, die bedeutend werden und dankbar machen:
der Spaziergang, die Frühlingssonne, der Gesang der Vögel – die Natur genießen. Für die, die eingeschränkt sind, ist vielleicht der Blick aus dem Fenster ein ‚Lichtblick‘; zufällige Begegnungen, ein Gruß, ein Lächeln, ein Wortwechsel auf Abstand: Wie geht es ...; Nachbarschaftshilfe, ein Anruf, ein Brief, eine Nachricht per Email …; die Gemeinschaft im Gebet, die in den ‚Stillen Zeiten‘, in Gemeinde, an den Kirchorten und Zuhause spürbar wird: wir sind vernetzt.

Was/ wer trägt Sie in und durch diese Tage? 

Weggefährtinnen und Wegfährten, die Nähe schenken und das Leben teilen. Erinnern Sie ihre ‚Lichtblicke‘, das, was unerwartet zum Geschenk wird.
Das Leben geht weiter! Eine Wahrheit, die sich im Lied wiederspiegelt. Eine Ermutigung und Zuversicht, die in uns lebt und uns spüren lässt: Manchmal feiern wir mitten im Tag Auferstehung. Gott sei Dank. Du, Gott, bist da.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich behütet und getragen fühlen und „ dem Leben trauen, weil Gott es mit uns lebt“ (A. Delp).

Maria Waldner, Gemeindeleiterin St. Engelbert