Franziskus-Gemeinde feiert ihren neuen Pastor Stephan Scheve

„Unser Leben sei ein Fest“ war nicht nur Motto des zweitägigen Gemeindefestes in St. Franziskus, sondern am 3. September auch das Eingangslied beim Einführungsgottesdienst für Stephan Scheve. Nach priesterlichen Stationen als Kaplan in Duisburg-Hamborn und Essen-Stoppenberg, sowie als Pastor in Wattenscheid-Leithe sowie zuletzt sieben Jahre in Grumme/Vöde wurde der 48-Jährige von Bischof Franz-Josef Overbeck zum 1. September als neuer Pastor in der Pfarrei St. Franziskus mit Dienstsitz in der Gemeinde in Weitmar-Mitte ernannt. Stephan Scheve stammt aus Oberhausen und hat am gleichen Gymnasium wie der gleichaltrige Pfarrer Thomas Köster sein Abitur gebaut.  


Die Pfarrkirche an der Franziskusstraße 9 war an diesem sonnigen Sonntagmorgen bis auf den letzten Platz besetzt. Über 50 weitere Besucher standen in den Gängen, ein gutes Dutzend Fahnen von kirchlichen Vereinen und Verbänden schmückten den Altarraum, als Thomas Köster in seinen Begrüßungsworten erleichtert feststellte, dass die rund einjährige Vakanz in der Gemeindeleitung nach dem plötzlichen Tod von dessen Vorgänger Norbert Humberg vorbei ist. „2016 gab es deshalb statt des Gemeindefestes nur eine kleine Begegnung. Umso mehr haben wir nun Grund zum Feiern“. Der Pfarrer richtete auch Grußworte von Pater Placidus und Pastor Greine aus, die parallel in den anderen Gemeinden der Pfarrei die Sonntagsmessen hielten. Auch einige Geistliche aus den benachbarten Pfarrereien konnten aus diesem Grund nicht persönlich erscheinen. Trotzdem war eine stattliche Anzahl an priesterlichen Mitbrüdern am Altar sowie mit Detlef Kuhn und Heinz Schulte weitere langjährige Pastöre in der Gemeinde versammelt, als Stephan Scheve den ersten Gottesdienst an neuer Wirkungsstätte leitete.   

In seiner ersten Predigt in St. Franziskus griff der Pastor ein Zeitungszitat aus dem Vorbericht zu seiner Einführung auf, dass er in Weitmar eine „Lücke füllen will“. Dieses könne er nicht, denn jeder Mensch sei einzigartig, kostbar, wertvoll und unersetzlich. Und ein Priester sei kein „Alleinunterhalter“, vielmehr lebe er mitten in der Gemeinde, in einer Gemeinschaft, die den „Glauben an Gott lebendig halte und die christliche Botschaft bezeugt“. Dabei will der freundlich empfangene Geistliche in St. Franziskus intensiv mithelfen. „Ich freue mich auf das Miteinander“.     

In den kompakten Grußworten und Glückwünschen erinnerte, Letizia Füssenich, an den 6. Januar diesen Jahres und die Einführung von Pfarrer Köster und Pastor Klaus Giepmann in ihre neuen Ämter: „Damals habe ich den Personalvertreter des Bistums gebeten, uns keinen Lückenfüller, sondern möglichst rasch einen neuen Pastor zu schicken. Nun ist er da. „Es ist schön, dass Sie mit einem Fest anfangen“, freute sich die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates.

Pfarrerin Ulrike Menzel kam „als Kollegin von der anderen Seite des göttlichen Weinberges und der anderen Seite der Hattinger Straße“ und erinnerte an die ökumenischen Traditionen in Weitmar und die Initiativen, die im Stadtteil neu auf den Weg gebracht sind. Von Pastor Stephan Scheve erhoffe sie sich stellvertretend für die sechs in Weitmar-Mitte und – Mark tätigen evangelischen Geistlichen ein unkompliziertes und kollegiales Miteinander.

Bezirksbürgermeister Marc Gräf überbrachte mit Bürgermeisterin Erika Stahl die Glückwunsche der Kommunalpolitik: Beim gemeinsam mit den Kirchen im Südwesten bewältigen Flüchtlingsstrom sei seit 2015 ein ganz neues „Wir-Gefühl“ entstanden, das auch beim Jahresempfang für die Vertreter der Gemeinden und Vereine am 6. Oktober in der Bezirksverwaltungsstelle Weitmar vertieft werden soll.

Tobias Stehmans betonte, dass ein neuer Pastor in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich sei. Der Gemeinderatsvorsitzende von St. Franziskus erinnerte an das nicht einfache Zusammenwachsen der drei Weitmarer Seelsorgebereiche von St. Franziskus (Mitte), Heilige Familie (Mark) und Vierzehnheiligen (Bärendorf). Symbolisch überreichte er deshalb neben Brot auch drei Flaschen Wein an den neuen Pastor. „Wir möchten auch Abgewandte ins Gebet aufnehmen und versuchen verschlossene Türen wieder zu öffnen“, so Tobias Stehmann mit nachdenklich.

Abschließend bedankte sich Pastor Scheve nicht nur für die netten Worte und Geschenke zu seiner Einführung, sondern auch bei allen, die den fröhlich-feierlichen Gottesdienst vorbereitet und mitgestaltet haben. Die musikalische Begleitung mit ansprechenden Liedern aus dem Halleluja übernahmen der Chor und das Pfarrorchester mit beachtlichen Solostimmen und Saxophon-Klängen unter der Leitung von Kantor Helmut Leo.

Bei herrlichem Spätsommersonnenschein nutzten im Anschluss an den Gottesdienst zahlreiche Besucher beim Gemeindefest die Gelegenheit, mit dem neuen Pastor ins Gespräch zu kommen.